Werbung für die Droge Speed / Amphetamin
Ist das Werbung für die Droge Speed / Amphetamin was der Journalist Haiko Prengel im Höchster Kreisblatt in der Rubrik “Ratgeber” schreibt?
Der Artikel über Speed / Amphetamin mit dem Titel “Druck: Fatales Doping im Büro” fängt folgendermaßen an:
“Irgendwann zeigte bei Claudia selbst übertriebener Kaffee-Konsum keine Wirkung mehr. Regelmäßig schlief sie nachts völlig erschöpft über ihrer Diplomarbeit ein. Dabei blieb ihr doch nur die Nacht, denn tagsüber musste sie ja arbeiten.
Dann bot ihr eine Freundin das weiße Pulver mit dem banalen Namen an: Speed. Und von der ersten geschnupften Linie schrieb sich die Arbeit fast wie von allein zu Ende. Dabei waren Claudias Gedanken so unglaublich klar, strukturiert, selbst nach zehn Stunden kellnern im Café.”
Haiko Prengel beschreibt noch zahlreiche andere Einsatzfelder für Speed / Amphetamin: Neben Techno-Clubs der Arbeitsplatz - “… von Studenten, Lkw-Fahrern, Managern…”.
Ich nehme an, dass der Journalist Haiko Prengel keine Werbung für Speed / Amphetamin machen wollte oder will.
Aber als ich den Anfang des Artikels gelesen habe, hat es bei mir ganz, ganz stark als Werbung gewirkt. Gewirkt in der Hinsicht, dass ich dachte, welch ein tolles Wundermittel mir Haiko Prengel da anpreist und ob es nicht die Lösung wäre…
Und ich denke, dass es nicht wenige Menschen geben wird, die nach dem Lesen dieses Artikels, der wohl auch in den anderen Regionalausgaben der Frankfurter Neuen Presse im Ratgeberteil erschienen sein wird, sich ernsthaft Gedanken um die Beschaffung und den Konsum von Speed / Amphetamin machen werden.
Der Artikel erinnert mich ein wenig an die tollen - zumeist von praxisfernen Wissenschaftlern herausgegebenen - Ratgeberbücher zum Thema Rauchen und Nichtrauchen. Da wird in zahlreichen dieser Bücher erstmal ganz toll über die angeblichen förderlichen Wirkungen der Zigaretten / Nikotin referriert, um dann danach zu sagen, man solle doch damit aufhören.
Anstatt auf das einzugehen, was die Zigaretten wirklich mit einen machen, wie sie einen Lebensqualität und Leistung nehmen.
Es ist das gleiche Hirnrissige Model: Erst die Beschreibung über irgendwelche tolle Wirkungen, und dann aber der Zeigefinger, das doch aber ja nicht zu nehmen.
Literatur: Höchster Kreisblatt - Ratgeber: “Druck: Fatales Doping im Büro”, Haiko Prengel, Seite KuS 8, 12. September 2008.
André Fiebig - 16.09.2008