Achim Egner: Aus HL wird Minimal wird Rewe
Achim Egner ist neuer Chef von Rewe. Und er hat sich neben ein paar anderen Dingen auch gleich was ganz tolles vorgenommen: Aus Minimal wird Rewe.
Das lustige daran ist, dass ich gerade vor ein paar Wochen miterleben durfte, wie aus den HL-Märkten im Rhein-Main-Gebiet Minimal-Märkte wurden.
Das fand ich irgendwie konsequent, da beide - HL und Minimal - fast das gleiche Sortiment und vor allem eine fast identische Werbung mit Sonderangeboten und Aktionartikeln hatten. Ich habe mich deshalb schon eine Zeit lang gefragt, warum es die zwei Marken HL und Minimal gibt.
Wieso jetzt aus Minimal Rewe werden soll, erschließt sich mir nicht. Die wenigen Rewe-Märkte die mir bisher über den Weg gelaufen sind, waren bei weitem nicht so attraktiv und vom Aufbau und Angebotsspektrum unterschiedlich zu Minimal und HL.
Jetzt wird den Kunden ein neuer Name, eine neue Marke aufgedrückt. (Es sind sechs Werbeagenturen beauftragt, ein einheitliches Rewe-Logo zu entwerfen.)
Das gab es schon oft, auch als aus der BfG-Bank die SEB Bank AG wurde und man sich dann gewundert hat, dass die (potentiellen) Kunden mit “SEB” nicht so viel anfangen konnten und das Privatkundengeschäft nicht so toll lief. Geld ausgegeben, um eine eingeführte und bekannte Marke zu zerstören und als Ergebnis gleich noch weniger Geld verdient.
Das ist natürlich bei einem Namenswechsel von Minimal zu Rewe nicht so dramatisch, da Rewe für Minimal-Kunden kein unbekannter Namen ist. Ich bin gespannt wie die Pressemeldungen einige Zeit nach dem Namenswechsel aussehen werden.
(Man könnte natürlich auch sagen, dass der Rewe-Konzern etwas viele Marken hat: Rewe-Supermarkt, Rewe-Nahkauf, HL, Minimal, toom, Penny, Vierlinden, toom-Baumarkt, Pro-Markt (Großhandel: FEGRO/SELGROS).
Nur glaube ich, dass jede dieser Marken für den Verbraucher eine Bedeutung hat, unterschiedliche Bedürfnisse bedient und eine Differenzierung erlaubt. Das mit den vielen unterschiedlichen Marken ist auch ein Grund, warum Discounter mit den vielen verschiedenen Eigenmarken (Handelsmarken) mehr Erfolg haben, als die großen Handelskonzerne mit den Einheits-Eigenmarken wie “ja!”, “smartprice” oder “gut-und-günstig”.
Für den Kunden ist nicht erkennbar, wieso bei einem bestimmten Produkt (-linie) der Handelskonzern - vertreten durch die Eigenmarke - gerade eine Kompetenz haben soll. (Dazu passt es natürlich, dass die großen Handelskonzerne jahrelang bei ihren Einheits-Eigenmarken mehr auf den Preis, als auf die Qualität geachtet haben - was man von Discountern wie Aldi bei gleichem Preisniveau nicht behaupten konnte.))
Abgelegt unter: Gelesen, Unternehmen 23. January 2006 0:53
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5 Kommentare
konsumblog.net »&hellip | 7. February 2006 15:08
[...] Finanso meldet, dass sämtlich Minimal-Supermärkte demnächst nur noch unter dem Namen “Rewe” vertreten sein sollen. [...]
Peter Kleinmann | 23. February 2006 14:56
Da geht Herr Egner ähnlich vor wie bei der debitel AG. Da wurde auch solange umgebaut, bist die Stukturen und die Organisation nicht mehr handlungsfähig waren.
Da wünsche ich den Mitarbeitern des REWE Konzerns viel Glück, denn debitel wurde inzwischen erfolgreich verkauft.
Merkwürdigerweise wollte der neue Besitzer Herrn Egner nicht im Vorstand behalten.
robby | 13. May 2006 02:03
Im Spätherbst 2006 sollen laut Medienberichten zufolge demnach alle HL,Stüssgen und Otto-Mess sowie MiniMal-Märkte zeitgleich in REWE umbenannt werden…
BurnThisFlag | 26. July 2006 02:11
Die umstellung erfolgt im September 2007. Es wird unter Egners führung im Moment in richtung Kostensenkung und zusammenlegung der einzelnen Abteilungen (rationalisierung) gesteuert. Die Politik was dabei betrieben wird ist zwiespältig.
BurnThisFlag | 26. July 2006 02:11
sorry meinte natürlich 2006
Kommentare geschlossen.