Arroganz der großen Verlage - die unbedeutenden Blogger ignoriert
Was soll ich mir dazu bloß denken:
Vor ein paar Tagen lass ich die Geschichte, dass Google das Portal Cnet auf seine schwarze Liste gesetzt hat, weil ein Autor von Cnet einen Artikel über das Auffinden persönlicher Informationen mittels Google geschrieben hat und als Beispiel Google-Chef Eric Schmidt nahm.
Die Geschichte wurde unter anderem am 8. August www.niggemeier-soest.de, am 9. August vom Schockwellenreiter und heute, am 15. August, kurz nach Mittag vom PR-Blogger veröffentlicht.
Am 15. August am frühen Abend veröffentliche Thomas Knüwer im Handelsblatt-Blog “Indiskretion Ehrensache” darüber und gab als Quelle an:
“Rausgekommen ist das ganze übrigens, weil Cnet jetzt bei jeder Google-Meldung schreibt:
“Google could not be immediately reached for comment. (Google representatives have instituted a policy of not talking with CNET News.com reporters until July 2006 in response to privacy issues raised by a previous story.)”
Lesen die Autoren der großen Verlage trotz voller Blogroll etwa keine anderen Blogs? Oder sind die Artikel in den Blogs nicht auffindbar? (Blogstats - Google)
Ein weiterer Fall ist ein Artikel heute, am 15. August, auf Golem.de: “YouTube: Flickr für Videos”. Eine Neuigkeit, die bereits am 14. Juni unter anderem von “The blog that never sleeps” und einen Tag später von Robert Basic im M-E-X/Blog veröffentlicht wurde.
Golem scheint sich dabei aber ebenso wie die Handelsblatt-Blogs der Blogosphäre durch Verwendung von z. B. Trackbacks nah zu fühlen.
Mein Fazit: Blogs und Blogtechniken dienen in Deutschland den Verlagen offenbar zur PR, werden von diesen aber nicht ernst genommen. Vielleicht trifft es der Artikel der TAZ (via plasticthinking) ganz gut: Professionelle Blogs von Verlagen und Journalisten sind super, die anderen nur Kinderspiele, die wir einfach mal übergehen können.
So stellt es sich mir dar. Vielleicht ist es auch nur der stressige Journalistenalltag.
Abgelegt unter: WebWork, Webschau 15. August 2005 20:26
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:
Google Blogsearch: Innerhalb eines Tages schon viel mehr und besser
Nofollow direkt in Blogbeiträgen
Google Blogsearch: Indexiert, Schnelligkeit, Demokratie und External Nofollow
Blog-Reporter bei Creative Weblogging - Bezahlung per PageViews
4 Kommentare
tknuewer | 15. August 2005 21:34
Mooooooment… Wenn man mir vorwirft, die Blogg-Welt nicht ernstzunehmen, muss ich doch mal ein paar kräftige Worte loswerden.
Dieses Blog lese ich normalerweise nicht, Herrn Niggemeier auch nicht. Vergangene Woche war ich noch dazu auf Dienstreise und nur minutenweise online. Tja, und dann liest man am Montag “Wired” und findet eine interessante Geschichte (übrigens mit Datum vom 11.8.). Ich glaube nicht, dass wir es jetzt auch noch zur Pflicht erklären müssen, erstmal zu prüfen, ob eine Geschichte irgendwo in einem Blog auftaucht.
Jens Ihlenfeld | 15. August 2005 22:34
Dem Vorwurf möchte ich auch widersprechen. Ich war zwar schon vorher irgendwo über YouTube gestolpert (wo und wann weiß ich beim besten Willen nicht mehr, den Dienst gibt es schon eine Weile), ohne es aber wirklich wahr zu nehmen. Der Anstoß zu dem Artikel kam im Übrigen von KDE-Entwickler Hans Oischinger, der seine Videos zu Exposite dorthin verschoben hat und mir die neuen Links schickte, so dass ich die entsprechenden Links im Artikel “Appeal: Die Zukunft des Desktops aus Sicht von KDE” ändern konnte. Die Videos liegen nun bei YouTube, woraufhin ich mit den Dienst angesehen und einen Artikel dazu geschrieben habe.
Sicher lesen wir Blogs, scheuen uns aber auch nicht auf diese zu verlinken. Aber nicht alles was schon einmal in einem Blog stand, können wir kennen.
André Fiebig | 15. August 2005 22:47
Danke für die schnelle Rückmeldung.
Wie ich schon sagte: “Vielleicht ist es auch nur der stressige Journalistenalltag.”
Ich glaube aber auch, dass es ein generelles Vorgehen im klassischen Journalismus ist, Artikel über Dinge zu schreiben die schon wo anders vorkommen, ohne sich auf andere Quellen zu beziehen.
Ich denke da zum Beispiel an Ratgebersendungen wie WISO, Infomarkt, PlusMinus, ARD-Ratgeber Geld …, oder an die entsprechenden themengleichen Informationen in Zeitungen und Zeitschriften.
Die Aufmachung ist immer so, dass der gleiche Inhalt als Originalprodukt der jeweiligen Redaktion dasteht.
So kann ich das letztendlich gleiche Thema mit den gleichen Informationen über das ganze Jahr verteilt anschauen, anhören und lesen.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich halte das grundsätzlich nicht für ein Problem. Journalistische Informationen für den Zuschauer, Zuhörer und Leser haben nunmal nicht die Aufgabe von wissenschaftlichen Arbeiten, wo ein strenger Verweis auf möglichst viele Quellen gefordert ist.
Ich glaube nur, wenn man sich ein Instrument - Blogs - zu eigen macht, um mehr und vielleicht auch andere Leser zu erreichen und letztendlich Promotion für das Hauptprodukt - hier das Handelsblatt - zu machen, dann sollte man sich vielleicht auch die Arbeitsweise dieses Instrumentes anschauen.
Diese Arbeitsweise beinhaltet Quellenangaben und Verlinkung auf Autoren, die Themen aufgreifen und als Information zugänglich machen.
Dies führt sozusagen zum Lohn der Arbeit. Es sind nunmal grundsätzlich andere Strukturen, wie die an Blogs arbeitenden Autoren zu Leserschaft und falls diese - wie klassische Medien auch - werben, zu einem Geld-Lohn für Ihre Arbeit kommen.
André Fiebig | 15. August 2005 22:52
Danke auch an Jens Ihlenfeld für die schnelle Antwort zu später Stunde.
Ihr Kommentar kam gerade, als ich die obige Antwort schrieb, deshalb bitte nicht an den Details stören, die nicht für auf Golem zutreffen.
Kommentare geschlossen.