Das Handelsblatt hat beim Thema Elterngeld nur wenig dazu gelernt
Vor einiger Zeit hatte das Handelsblatt eine Desinformation über die Höhe des Elterngelds veröffentlicht.
Heute steht im Handelsblatt wieder einmal ein Artikel über das Elterngeld: “Immer mehr Väter beantragen Elterngeld”.
Darin gibt es wieder einen “informativen” Kasten, mit Details zur Höhe des Elterngelds. Der hoffnungsvolle Titel des Kastens: “Staatliche Unterstützung ist nicht so hoch, wie sie scheint”.
Es ist toll, dass auch Journalisten dazu lernen können. In diesem Fall Peter Thelen. Nur scheint das Qualitätsmedium Handelsblatt beim besten Willen nicht in der Lage zu sein seinen eigenen Anspruch auch nur zur Hälfte zu erfüllen.
Peter Thelen schreibt für das Handelsblatt zwar, dass das Mutterschaftsgeld angerechnet wird und das Elterngeld dem steuerlichen Progressionsvorbehalt unterliegt, dass bei der Berechnung des Elterngelds aber Urlaubs- und Weihnachtsgeld herausfallen, ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 77,- Euro abgezogen wird und unregelmäßige Überstunden-Zahlungen ebenfalls herausfallen, erwähnt er mit keinem Wort.
Er trifft auch keinerlei Aussage wie weit die reale Höhe des Elterngelds in etwa von den offiziell und zuvor auch vom Handelsblatt propagierten 67 Prozent entfernt ist.
Nun ist die Frage, ist es pure Unwissenheit? Aber auch wenn der typische Journalist keine Quelle nennt, informiert er sich doch sehr wohl bei denen, die es wissen.
Oder ist es einfach so, dass die anderen drei Punkte für den Besserverdienenten Akademiker einfach nicht die wirkliche Rolle spielen?
Für mich zeigt sich wieder sehr schön eine für mich leider allzu oft anzutreffende journalistische Arbeitsweise: Schlecht oder gar nicht recherchieren, Korrekturen von Dritten als eigenes Wissen ausgeben - aber natürlich ohne diese überhaupt zu verstehen (zu wollen) und wirklich richtig niederzuschreiben.
Literatur: Handelsblatt: “Immer mehr Väter beantragen Elterngeld” von Peter Thelen, 14. November 2007, Seite 4. (Wo ist der Link?)
Abgelegt unter: Gelernt, Gelesen 14. November 2007 10:56
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:
Das Handelsblatt sollte beim Thema Elterngeld nachsitzen
Hans-Peter Siebenhaar Handelsblatt über Xing
Private Krankenversicherung erst wenn man krank ist abschließen?
Kommentare geschlossen.