Die iPhone-Beratung im T-Punkt - Erster Teil
Ich habe heute die Chance ergriffen und mich wieder einmal über die aus meiner Sicht lausige Beratung in den T-Punkten von T-Com, T-Home, T-Mobile oder wie immer der Laden, der dafür verantwortlich ist jetzt nun genau heißt, zu amüsieren.
Erster Stop ein kleiner T-Punkt in einem großen Verbrauchermarkt. “Sie suchen das iPhone?” Ja, und das Versteck, vom Eingangsbereich und der Mitte des T-Punkts auch garantiert nicht zu sehen wurde mir offenbart.
Na dann mal die tolle Internet-Funktion testen und mit Safari surfen. Fehlanzeige. Habe ich auch nicht anders erwartet. Wenn man in einem T-Punkt ein Handy mit W-Lan testen will, ist es eigentlich immer so. Von ganz seltenen Ausnahmen abgesehen. GPRS, EDGE und UMTS gehen eh nie, weil nie eine aktive SIM-Karte in den Geräten liegt. Warum auch? - Mag sich da der Telekom-Beamte fragen: Einfach kaufen und gut (Solche Kunden gibt es wirklich - siehe im zweiten Teil).
“Das haben wir gesperrt.” Meint die junge Frau hinter dem Tresen. Der junge Mann, der mich nicht beraten wird - außer den zwei Sätzen, die er gleich sagt, meint allerdings, dass sie Probleme mit ihrem Router hätten. Die Verbindung würde wohl nicht funktionieren.
Also stimmt wohl beides: EDGE und GPRS gesperrt und W-LAN kriegen die tollen T-Punkt-Berater nicht hin.
“Aber sonst geht alles” lautete der zweite Satz des Berates mit dem “Say Hello to iPhone”-T-Shirt und war auf nimmer Wiedersehen verschwunden.
Sonst geht alles - na dann: Google-Maps/-Earth - Fehlanzeige, braucht das gesperrte / nicht funktionierende Internet, Wetter-Widget - das gleiche, geht nicht, Youtube-Player - das gleiche, geht nicht, Aktienkurs-Widget - das gleiche, geht nicht, Email-Programm - nicht das gleich, geht nicht, weil kein Internet-Zugang und nicht mal ein Demo-Account eingerichtet - somit nicht mal offline anschaubar.
Telefonfunktion und Visual-Voicemail gehen gleich mal überhaupt und sowieso nicht.
Was geht denn nun: Musik-Hören und Bilder-Anschauen. (Und vielleicht noch der Notizzettel, die Einstellungen und irgendetwas anders ähnlich bedeutungsvolles.)
Nachdem ich das iPhone nun also bestaunen und nicht testen konnte fragte mich die Beraterin hinter dem Tresen (dort blieb sie auch wie festgeleimt auf ihrer Sitzgelegenheit und träumte - von was folgt gleich) wie ich es denn finden würde.
Ich sagte ganz toll, nur viel zu teuer. Sie verstand nur ganz toll und schwärmte mit ihren verträumten Augen. Bei ihr sei es in ein paar Tagen auch so weit.
Ach ist das Leben schön eine wertende iPhone-Mama. Sie schwärmte, dass sie dann ihren ganzen Computer immer mit hätte (wenn Nokia das wüsste, dass deren Werbung jetzt bei der T-Punkt-Nichtberaterin für ihr bald kommendes iPhone wirkt), Internet, Email, Aktienkurse und ihr Adressbuch.
Adressbuch. Ich wusste doch, dass ich hätte noch etwas testen können, was kein Internet braucht.
Ich meinte nochmal, dass mir 1600,- Euro zu teuer sind. Aber dafür erhalte ich doch ein Rundherum-Sorglos-Paket mit Telefonflatrate, SMS und Internetflatrate, meinte sie.
Telefonflatrate? Dass ich ihr sagte, dass 100 Minuten im Monat keine Telefonflatrate seien, konnte ihr die Vorfreude nicht aus den Augen nehmen. Nur als ich sagte, dass das einem Wert von 10,- Euro entspricht, weil man ja mittlerweile für 10 Cent die Minute telefonieren könne, entlockte ihr ein ehrlich erstauntes: “Was, wo denn?”.
Und dass nach 200 Megabyte Datenübertragung über Mobilfunk Schluss ist und das sowieso schon langsame (statt UMTS mittlerweile bis 7,2 MegaBit pro Sekunde) nicht mehr 0,2 MegaBit, überträgt, sondern auf 0,064 Megabit gedrosselt wird, schaute sie soetwas von ungläubig, und ja ich glaube sie wählte schon die Telefonnummer der Nervenheilanstalt, um mich einliefern zu lassen.
Ich besorgte mir angsterfüllt schnell einen Werbeflyer vom iPhone, suchte panisch nach der passenden Fußnote und betete, dass diese wirklich außergewöhnlich kleine Fußnote für die T-Punkt-Nichtberaterin lesbar sei. Mit den verträumten Augen ist das nämlich nicht so leicht.
Sie hatte Mühe, aber konnte es lesen. Und dann? Ja was dann?
Ein Seufzer, ein ganz entspannter: “Ich hab ja sowieso den XL-Vertrag.”
Na dann ist es ja gut. Denn bei diesem iPhone-Vertrag für sage und schreibe 89,- Euro statt 49,- Euro im Monat greift die Drosselung erst nach 5 Gigabyte. Und das ist wirklich mehr als genug.
Ich ergriff meine Chance, nutzte die wieder eintretende verträumte Seelenruhe der Nichtberatin im T-Punkt und ließ sie weiter von ihrem iPhone träumen.
In ein paar Tagen ist es soweit.
Dass sie die Zeit statt mit Träumen vielleicht mit der Einrichtung eines Internet-Zuganges für das iPhone oder wenigstens mit dem Studieren der Preisangaben für die iPhone-Tarife verbringt - statt nur vom iPhone zu träumen - wird ihr ihr Vorstandsvorsitzende René Obermann wohl nicht mal übel nehmen, denn der hatte ja die letzten Tage wohl auch sehr viel damit zu tun seine neue Liebe mit Maybrit Illner in der Bild-Zeitung breit zu treten, und somit weniger Zeit, um sich um die iPhone-Beratung im T-Punkt zu kümmern.
Wobei. Da fällt mir gerade ein, also ich danach mit meinem Internet-Handy bei der Bild-Zeitung nachschaute, berichtete sie sehr euphorisch vom iPhone. Vielleicht …
Abgelegt unter: Erlebt, Getestet 9. November 2007 21:08
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