Die iPhone-Beratung im T-Punkt - Zweiter Teil
Kostet das Telefonieren und die Internetnutzung mit dem iPhone in Kroatien extra. Nein das ist alles drin - unbegrenzt. Na ja, in Deutschland auf jeden Fall. Ja … na ja, ja, … na ich frage mal nochmal meine Kollegin.
Man wie blöd kann die Beraterin mit dem “Say Hello to iPhone”-T-Shirt eigentlich sein. Offenbar wurde sie doch extra fürs iPhone-Verkaufen geschult. Aber der nette Kunde wird in Kürze wohl selbst als iPhone-Verkäufer auftreten. Denn er ist solch ein im ersten Teil erwähnter Kunde: Einfach kaufen und gut.
Mittlerweile war es Abend und ich hatte die Gelegenheit für ein zweites Amüsement in einem großen T-Punkt in einem Einkaufszentrum.
Der Kollege mit dem Vertrag trat auf die Bühne der Beratungswahnsinns: “Wo muss ich unterschreiben?” Und das iPhone war gekauft.
Aber eigentlich wollte diese Nichtkundige-iPhone-Beraterin ihm noch das Internetsurfen zeigen, aber das iPhone welches der Kunde vorher gerade angeschaut hatte - wer wird es erraten? Ja natürlich, dieses iPhone im T-Punkt hatte natürlich keinerlei Internetzugang.
Wer hätte das gedacht?
Aber nein jetzt traf mich ein Schlag, ein wirklich derber: Das zweite iPhone hatte Internetzugang. Wirklich und leibhaftig: Im T-Punkt hatte ein Ausstellungsstück einen funktionierenden Internetzugang.
Ja wir reden von dem magentafarbenen Laden. Wirklich, ungelogen: echtes Internet. So richtig zum Ausprobieren vor dem Kaufen.
Im T-Punkt.
Aber eben nur das eine. Das daneben erhielt nicht diese einmalige Ehre.
Durch die Ablenkung der Vertragsunterzeichnung gelangte das iPhone mit dem funktionierenden Internetzugang mittlerweile in meine Hände.
Wieder konnte die Beraterin ihr Wissen - sie dachte es zumindest ganz sicher, dass sie es hätte - nicht an den Mann bringen.
Bei so viel Ehrgeiz und ängstlicher Zurückhaltung - um das iPhone zu bitten getraute sie sich nicht - gab ich es ihr, ich warte gerne.
Und genieße.
Sie zeigte das Surfen mit Safari. Und schwups-die-wups das gibt es doch gar nicht: Man kann die Anzeige nicht nur mit zwei Fingern größer ziehen, sondern auch mit einem Fingertipp auf die richtige Stelle.
Sie war so freudig erregt, und schaffte es trotzdem ihr gerade erworbenes Wissen dem Kunde als schon lange gewusst zu verkaufen. Da sieht man wieder was ein gutes Verkaufstraining ausmacht: Nicht das Fachwissen, sondern den Anschein waren und so tun können, als ob.
Dann zeigte Sie Google Maps / Earth. Kroatien, ja, … ganz einfach … Sie lernte gerade wieder und es funktionierte.
Sie lernte mir sogar etwas neues: Die Kartendarstellung von Google Maps funktioniert nur auf einer ganz großen, allgemeinen Darstellung. Im Detail sieht man keine einzelnen Straßen von Ortschaften, oder so. Da muss man auf die Satellitendarstellung umschalten. Das machte sie auch und na ja, ja … ja … na ja …
Dann wollte sie wieder zu ihrer Kollegin gehen: Der Kunde wollte Office-Dokumente mit dem iPhone bearbeiten. Ich ersparte ihr den Weg und der Kunde - der das iPhone schon gekauft hatte - wunderte sich sehr, dass dies nicht gehen sollte.
Aber die Beraterin wusste Abhilfe: “Sie können die ganze Zeit Ihre Emails abrufen.”
Ernsthaft. Auf die Aussage des Kunden, was das denn für ein Mist sei, wenn man nicht mal Office-Dokumente bearbeiten kann, sagte sie, dass er doch die ganze Zeit Emails abrufen könnte.
Ehrlich. Sie zweifeln gar nicht daran? Weil Sie waren selbst schon mal in einem T-Punkt. Na dann …
Der Kunde versicherte sich lieber nochmal und fragte, ob er da mit Outlook seine Emails abrufen könnte. “Ja klar mit Outlook das geht.”
Wow. Microsoft wurde wohl die Ehre zu teil das erste offizielle, von Apple zugelassene Fremdprogramm für das iPhone zu erstellen: Outlook.
Der Kunde erkundigte sich nach Bluetooth und Infrarot. Ja natürlich, na ja, … ja, na ja … auf jeden Fall Bluetooth. Ich habe ihr wieder geholfen und dem Kunden gesagt, dass er damit aber keine Daten vom Laptop übertragen kann und das iPhone gleich gar nicht als Modem für sein Laptop nehmen kann.
“Was ist denn das für ein Mist. Da ist ja Nokia viel besser.” Aber nicht so schön - beruhigte ich ihn.
“Na dann werde ich es wieder verkaufen, oder meinen Kindern schenken.”
Ach solche Kunden hätte wohl jeder gerne, oder?
Er wird das iPhone die nächsten drei Tage in Kroatien testen und will dann wieder vorbeikommen. Und ich weiß auch schon mit welchem Anliegen: Der Telefonrechnung - obwohl die wird wohl hoffentlich (für die Beraterin) noch etwas dauern.
Denn dass sich das iPhone nicht richtig ausstellen lässt und auch im Ausland ungefragt Emails abruft etc. pp., ja das ist Detailwissen, welches sich hinter dem Elefanten versteckt, den sie noch nicht kennt.
Aber vielleicht hat T-irgendetwas das Problem mittlerweile behoben. Ja ich weiß - war nur ein Witz.
Und ja, wäre es mir nicht erst zu Hause eingefallen hätte ich den Kunde gewarnt.
Ich werde vor dem nächsten T-Punkt nochmal sicher stellen, dass ich mein gesamtes iPhone-Wissen sofort und in der richtigen Reihenfolge, der Situation angepasst griffbereit habe und verspreche mich ständig und selbstständig weiter zu bilden, um eine gute iPhone-Beratung zu ermöglichen und die T-Com / T-Mobile / T-Home / T-Punkt nicht dumm dastehen zu lassen.
?
Ach so ich bin doch gar kein Berater im T-Punkt.
Abgelegt unter: Erlebt, Getestet 9. November 2007 22:14
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1 Kommentar
Blackmoon | 16. December 2007 13:29
Ernsthaft, wann gab es zum letzten Mal tatsaechlich kompetentes Fachpersonal in einer Filiale irgendeiner Technikkette? Ob T-Punkt, Media-Bloed, der Laden mit den Ringen oder sonstwas, man kann vom Glueck reden, wenn der “Fachverkaeufer” ein einigermassen verstaendliches Deutsch redet, die Fachkenntnisse stammen dann hoechstens aus dem Werbeflyer des Herstellers
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