Kirchhof: Mehr Kindergeld und kostenlose Kindergärten

Kirchhof scheint ein Mann zu sein, der abseits vom Politiker-Geschwafel die Probleme erkennt und auf den Punkt bringen kann. Kein Wunder, dass Hans Eichel sagt, dass er nicht ministrabel ist. Vielleicht taugt Kirchhof in dieser Politiker-Machterhaltungs-Demokratie wirklich nicht zum Minister. Aus den eigenen Unions-Reihen wird schon Widerstand gegen die Auswahl Kirchhofs durch Kanzlerkandidatin Merkel laut.

Was Kirchhof erkennt: Die richtigen Ansätze für die Einlösung des ewigen Versprechens von SPD (Schröder will Deutschland sogar zum kinderfreundlichsten Land Europas machen) und der CDU, endlich für eine gute Versorgung und Förderung von Kindern in Deutschland zu sorgen.

Und das fängt im Kindergarten an (eigentlich schon vor dem Alter von 3 Jahren in Spielgruppen oder auch der Kindergrippe - aber wir wollen ja mal nicht träumen). Kindergarten, ist doch gar kein Problem: Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Kindergartenplatz besteht doch.

Aber der kostet richtig Geld. Bei städtischen Kindergärten kann es unter Einbeziehung der Einkommenssituation der Eltern “bloß” rund 100,- Euro kosten (beziehen Sie das mal auf 800,- Euro Bruttolohn, der nicht selten ist), bei anderen aber ganz schnell auch mal knapp 300,- Euro. Empfänger von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II haben keinen Anspruch auf einen Kindergartenplatz - sie sind ja den ganzen Tag zu Hause (was für ein bildungspolitischer Wahnsinn).

Wieso ist die erste Grundlage, damit sich Kinder zu sozialen und intelligenten Mitgliedern unserer Leistungsgesellschaft entwickeln so teuer? Erhalten da die Kinder aus den einkommensschwächeren Familien eine Chance, vor allem unter dem Aspekt, dass es immer weniger einfache Arbeitsplätze gibt und in Zukunft geben wird?

Deutschland kann sich zwei Sachen nicht leisten: Keine Kinder zu haben. Kinder zu haben, die die Rolle Deutschlands im internationalen Wettbewerb nicht mittragen können.

Der erste Schritt wäre wie Kirchhof richtig erkannt hat: Kindergeld erhöhen und Kindergarten-Gebühren abschaffen.

(Steuerliche Kinderfreibeträge nützen einkommensschwachen Familien nichts, weil diese sowieso keine oder kaum Steuern zahlen.)

Mich wundert es nicht, dass wenn einmal ein sehr anerkannter und intelligenter Mensch für ein wichtiges politisches Amt vorgeschlagen wird und dieser auch sogleich die Probleme erkennt, benennt und richtige, wirksame Lösungen vorschlägt er sofort über Parteigrenzen hinweg wieder rausgedrängt wird.

Politik in der heutigen Form ist persönlicher Machterhalt, Lobbyismus und Verstecken der eigenen Dummheit.

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Abgelegt unter: Haushalten, Politisches     17. August 2005 14:08

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2 Kommentare

  • Fam.Lier  |  23. February 2007 14:09

    hallo ich bin Mutter von 4 Kindern und ich finde es Richtig wenn man das Kindergeld erhöhen würde!Kinder sind nicht nur im Kindergartenalter teuer,wenn sie grösser werden kosten sie einiges mehr!!Aber daran denk die Politik leider nicht!

  • Fam. Sadatosa  |  5. February 2008 15:23

    Wir bekommen jetzt das 5. Kind.
    Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das die Mutter zu Hause bleibt.
    Mehr Kindergeld wäre längsten von Nöten und auch völlig Angebracht.
    Viel Sinnloses, wie Gruppen und Vereine wird ja auch über die Normalität gefördert.
    Und letztendlich ist fast alles seit dem €uro eins zu eins umgeschrieben worden.
    Wir würden eine Kindergelderhöhung sehr begrüßen.
    Und wir versprechen dem Finanzminister, das wir keine DVD und Fernseher davon kaufen werden.

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