Riecht das Plastik-Spielzeug unangenehm? Warnzeichen für Schadstoffe bei Mattel und anderen
Mattel ruft Plastikspielzeug aus China zurück – gleich zweimal. Im gestrigen Handelsblatt ist ein Interview mit Jörg Mähler, Geschäftsführer des TÜV Rheinland in Hongkong.
Welche Artikel aus China sind besonders von Schadstoffen betroffen?
Billigware, Saison- und Dekoartikel, Markenware dagegen sind kaum betroffen.
Hauptsächlich betroffen von Giftstoffen und Schadstoffen sind Plastikartikel: “Sie fallen am häufigsten durch die chemischen Prüfungen, da sie beispielsweise verbotene Weichmacher oder Inhaltsstoffe von Farben enthalten. Die Durchfallquote bei Billig-Spielzeug liegt bei 50 Prozent. Aber auch bei Billigware aus dem Elektrobereich gibt es viele Beanstandungen.”
Wie kommt es zu dem Mängeln?
“Oft spielt Unwissenheit eine Rolle. Immerhin sind in der EU 5000 Inhaltsstoffe verboten. Die Qualitätsanforderungen sind viel strenger als auf dem US-Markt. Aber auch aus Kostengründen oder bei Materialengpässen werden Grenzwerte ignoriert. Komplexe Lieferketten mit wechselnden Zulieferern spielen ebenfalls eine Rolle. Es gibt auch in China schwarze Schafe.”
Wie kann sich der Verbraucher schützen?
“Er sollte auf Warenzeichen achten, etwa das GS-Zeichen der Technischen Überwachungs-Vereine, aber auch auf Äußerlichkeiten. Hat das Produkt scharfe Kanten, finde sich lose Kleinteile, oder riecht das Produkt unangenehm? All das sind eindeutige Warnzeichen.”
Da stellt sich mir die Frage, untersucht nur der TÜV Rheinland in Hongkong Chinesische Spielwaren, oder warum ist es Mattel nicht selbst aufgefallen, bevor die Spielsachen in den Verkauf gelangten und sogar zum Großteil wohl schon verkauft sind (siehe die Freude, dass es dadurch nicht so teuer wird – unten im Artikel)?
Die zweite Frage, die ich mir stelle: Ist es besser keine Spielsachen von US-amerikanischen Marken wie Mattel (Fisher Price, Barby etc.) zu kaufen, weil auf dem US-Markt ja gerade geringere Anforderungen bezüglich verbotener Chemikalien wie Weichmacher und Inhaltsstoffe von Farben gelten sollen?
Fragen über Fragen. Aber die werden wir alle bald hoffentlich vergessen, denn Mattel wie ja – oder hat schon – eine Imagekampagne starten. Diese Imagekampagne wird meine Zweifel an der Qualität und Schadstofffreiheit hinwegspülen.
Literatur: Handelsblatt: “Plastikartikel sind besonders betroffen – Fünf Fragen an: Jörg Mähler“, 16. August 2007, Seite 2.
Abgelegt unter: Gewarnt, Unternehmen 17. August 2007 17:36
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