Frosta Blog: Offen, ehrlich und authentisch?

Erstmal vornweg ich mag das Frosta Blog. Auch wenn es natürlich auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkt, wenn man sich schon von Anfang an als offen, ehrlich und authentisch bezeichnet. Das ruft schon mal Zweifel hervor.

Jetzt gab es einen Fall, wo diese Ziele ganz offen bewiesen werden konnten. Im Frosta Blog wurde behauptet, dass die natürlichen Aromastoffe in Bionade mit Sägespänen und Bakterien hergestellt würden. Dem ist natürlich nicht so. Meine Zweifel an dieser Aussage wurden mit einem kurzen Anruf bei Bionade bestätigt. Die natürlichen Aromastoffe in Bionade sind natürliche Planzenauszüge und dergleichen.

Was macht jetzt Frosta als Reaktion darauf? Streicht der betreffende Autor im Frosta Blog nachvollziehbar die falschen Textstellen durch, entschuldigt sich und stellt die Sache klar?

Nein. Frosta zieht es vor, den Beitrag einfach offline zu nehmen, bzw. zu löschen - kommentarlos und ohne Aufklärung für die vielen Leser, die den negativen Eindruck von Bionade schon gewonnen haben.

Offen, ehrlich und authentisch?

“Das FRoSTA-Blog ist ein Webtagebuch von FRoSTA-Mitarbeitern. Wir möchten auf diese Weise offen, ehrlich und aus erster Hand über die Marke FRoSTA berichten und mit Ihnen über aktuelle Themen aus dem Bereich Ernährung diskutieren. FRoSTA’s “Blogger” kommen aus den Abteilungen Forschung und Entwicklung, Produktion, Einkauf, Marketing, Verbraucherservice, Öffentlichkeitsarbeit und der obersten Geschäftsleitung. Alle “Blogs” sind unzensiert und ungefiltert. Die Beiträge werden weder von Agenturen vorformuliert noch vorgeschlagen. Denn wir möchten Ihnen einen ähnlich direkten Eindruck von unserer Philosophie vermitteln, als wenn Sie uns gegenüber säßen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare, Anregungen und Wünsche!!”

Nachtrag (23.11.2005):

Frosta hat einen Beitrag zur Richtigstellung veröffentlicht. Auch wenn es etwas gedauert hat, kann ich für mich festhalten: offen und ehrlich - ja, mit authentisch hängt es noch etwas in solchen heiklen Fällen. Was aber in Anbetracht der Größe von Frosta, den Strukturen und der Verunsicherung verständlich ist.

Schon deshalb ist es sehr lobenswert, dass Frosta zu Marketingzwecken ein Blog nutzt, trotz dass die Strukturen und Abläufe in der Blogosphäre etwas anderes und vor allem schneller sind.

Ich hoffe, dass der eine Fehler nicht dazu führt, dass die bisher sehr guten und lesenswerten Beiträge schlechter werden.

Noch mehr hoffe ich, dass an Bionade kein Makel hängen bleibt, was bei einem kleinem Unternehmen und bei Bio-Produkten sensiblen Verbrauchern schnell für das Unternehmen ungesund werden kann. Deshalb muss ich Herrn Felix Ahlers (Vorstand Marketing und Vertrieb bei Frosta) nachträglich zustimmen, dass es erstmal besser war den betreffenden Beitrag nur zu löschen, wenn auf die schnelle keine bessere Reaktion möglich war.

Ich wünsche Frosta weiterhin viel Erfolg mit ihrem Blog und freue mich auf neue Beiträge.

Zum Thema Kundenservice: Kundenservice - Warum machen die das?

Abgelegt unter: Kundenservice, Nachgefragt, Unternehmen     18. November 2005 20:01

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14 Kommentare

  • The Jiary&hellip  |  21. November 2005 11:57

    Kritik am FRoSTA Blog

    äussert finanso.de Vielleicht etwas an den Haarn herbeigezogen das Ganze.

  • Werbeblogger&hellip  |  21. November 2005 18:17

    Einmal DEL, bitte!

    Aus den noch zu verfassenden einheitlichen Schulungsunterlagen der Kultusministerkonferenz für Diplom-Blogberater in den betroffenen Zuständigkeitsgebieten:

    #398
    Klären Sie die künftigen Corporate Blogger darüber auf, dass man fehlerhafte Inf…

  • ramses101  |  21. November 2005 20:12

    Ein Anruf bei Bionade? Was sollen die auch groß sagen ;-) Und dass Aromastoffe oft aus Kulturen in Sägespänen gewonnen werden, ist ja nichts Neuses. oder glaubt ernsthaft jemand, Erdbeer-Joghurt wäre mit Erdbeeren versetzt?

    Aber die Art und weise, wie Ftosta im Blog darauf reagiert, ist in der Tat peinlich.

  • Das KMU-Blog&hellip  |  23. November 2005 04:26

    Blog-Track und Trackback, FRoSTa

    Weblogs sind Gespräche am Gartenzaun von Bloggersdorf und wie das so ist, eine gute Geschichte verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Richtigstellung dagegen läuft zäh und zäher … Worum geht’s?

  • The Jiary&hellip  |  23. November 2005 08:33

    Versöhnliches Ende

    Nach der Kritik am FroSTA Blog wollen wir nicht versäumen, auch das mehr oder minder versöhnliche Ende der Geschichte zu erwähnen:
    Bionade hat diesen (mittlerweile gelöschten) Eintrag gelesen, sich beschwert und FRoSTA hat nun richtiggestellt …

  • Hannes  |  23. November 2005 11:47

    Ich finde es trotzdem verwunderlich wie häufig das Wort Reinheitsgebot in den Beiträgen auftaucht…

  • André Fiebig  |  23. November 2005 11:58

    Na gut ich denke schon, dass das Frosta-Blog ganz klar ein Bestandteil des “Frosta-Marketing-Mix” ist.

    Was ja auch nicht verwerflich ist. Viele - auch gut besuchte - Blogger nutzen ihr Blog auch, um auf ihre eigentlichen Dienstleistungen und Produkte aufmerksam zu machen: http://www.finanso.de/blog/ich-waer-so-gerne-werbefrei-oder-was-ist-ein-kommerzielles-blog/

    Und das ist auch in Ordnung.

    Man kann natürlich Worte überstrapazieren, aber das ist Geschmacksache und sollte Frosta, glaube ich zugestanden werden.

  • Yetused  |  25. November 2005 03:34

    Warst du dann das andere “Vögelchen”? :)

    Ich habe meine Geschichte dazu hier aufgeschrieben.

  • Weltregierung  |  25. November 2005 18:18

    Definitiv der “new-age” Marketing mix.

    hmm macht in der Tat n ganz guten Eindruck.
    Aber allein das ruft schon Ahnungen hervor.

    Mutig jedenfalls.
    Ich würde mich nicht mit sowas in die
    Bloggosphäre wagen.

    - Watchingregierung.

  • Oliver  |  5. August 2006 22:46

    Ich bin verwundert, dass FROSTA bei den eigenen hohen Ansprüchen nach einem nur flüchtigen Blick auf die Deklaration einer anderen Firma umgehend “Konsequenzen” zieht. Wie sie in ihrer Richtigstellung schreiben, ist Bionade doch rein natürlich - nachdem sie sich selbst beim Bionade-Hersteller informiert haben.

  • Herbert  |  6. August 2006 19:35

    Bein allen Qualitätsansprüchen, die man sich selbst gesteckt hat, darf es nicht zur Vorverurteilung kommen, wenn man selbst den Sachverhalt nicht genau recherchiert hat. Es mag vielleicht an der heutzutage landläufigen Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit liegen, wenn sich solche Leute (Frosta) so weit aus dem Fenster lehnen. An einer Vorverurteilung bleibt immer etwas hängen. Da reicht meist eine Entschuldigung nicht mehr aus, um den Flurschaden zu beseitigen. Eine schlimme Geschichte. Insbesondere deshalb, wenn man sich als Wegbereiter für die Chemiekeule Coca Cola einspannen läßt. Geld müssen wir alle verdienen. Missgunst, Neid und Rücksichtslosigkeit sind wirklich keine guten Berater. Mich hat diese Erkenntnis erheblich befremdet.

  • prsonality-magazin.de &ra&hellip  |  20. December 2006 17:32

    [...] FRoSTA, der bekannte Hersteller von Tiefkühlkost, startete im Juli 2005 einen eigenen Mitarbeiterblog. Schon nach kurzer Zeit reagiert die Bloggerwelt darauf. In verschiedensten Kommunikationsplattformen wird das neue Herantreten an die Öffentlichkeit heftig diskutiert. Die anfängliche Kritik wegen der Eigenaussage: “Frosta-Blog: offen+++ehrlich+++authentisch”, wie z.B.bei E-Business oder bei Finanso wird dann recht schnell durch Lob ersetzt. Erfahrene Online-Tagebuchschreiberlinge bieten sogar ihre Hilfe an, wie der PR Blogger Klaus Eck berichtet. [...]

  • Das Kesselhaus » Bl&hellip  |  6. January 2007 11:27

    [...] Die anfängliche Kritik bezüglich der Eigenaussage: “Frosta-Blog: offen+++ehrlich+++authentisch”, wie bei E-Business oder bei Finanso, wurde aber recht schnell durch Lob ersetzt. Erfahrene Online-Tagebuchschreiberlinge sollen sogar ihre Hilfe beim Ausbau angeboten haben, wie PR-Blogger Klaus Eck berichtet. [...]

  • » 01/07: Blogangrif&hellip  |  8. April 2008 10:34

    [...] Eigenaussage: “Frosta-Blog: offen+++ehrlich+++authentisch”, wie bei E-Business oder bei Finanso, wurde aber recht schnell durch Lob ersetzt. Erfahrene Online-Tagebuchschreiberlinge sollen sogar [...]

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