Jährlich neue Abschlusskosten bei Riester-Rente mit Dynamik

Für den Riester-Vertrag mit vertraglich vereinbarter Dynamik fallen jedes Jahr neue Abschlusskosten an? Wird die Riesterförderung z. B. über einen Riester-Fondssparplan oder einen Riester-Banksparplan genutzt und man hat beim Vertragsabschluss eine dynamische Anpassung der Vertragssumme vereinbart, kann die Bank, Fondsgesellschaft oder Versicherung auf den Erhöhungsbetrag immer wieder neue Abschlusskosten wie beim ersten Vertragsabschluss berechnen und kassieren.

Jährlich neue Abschlusskosten durch dynamische Beitragserhöhung

Die Verkäufer von Riester-Verträgen dürfen eine Abschlussgebühr verlangen, durch die die Vertriebskosten, wie Provisionen und Maklergebühren gedeckt werden. Diese Kosten müssen auf mindestens fünf Jahre verteilt werden. In diesen fünf Jahren werden nicht die gesamten Einzahlungen auf das Riester-Konto als Sparbeitrag eingezahlt, sondern die Bank, die Fondsgesellschaft oder die Versicherung nimmt sich einen Teil davon als Rate für die Bezahlung der Abschlussgebühren weg.

Immer neuer Fünf-Jahres-Zeitraum für Erhöhungsbetrag

Die immer wieder neu anfallenden Abschlussgebühren für die jährliche Erhöhung der Beiträge für den Riester-Vertrag müssen jeweils auch wieder auf fünf Jahre verteilt werden. Es handelt sich jedes Jahr um eine Art neuen Minivertrag z. B. über 10,- Euro monatliche Zahlung, zusätzlich zu den 150,- Euro reguläre Monatsrate. Im folgenden Jahr beträgt die reguläre Monatsrate für den Riester-Vertrag 160,- Euro und es kommt wieder ein kleiner neuer Vertrag über z. B. 10,- Euro dazu.

Maklergebühren und Vertriebsprovisionen mindern die Riester-Zinsen

Der Makler, die Bank, Fondsgesellschaft oder der Versicherungsvertreter, der den Riester-Vertrag verkauft hat, freut sich über die jährlich neu anfallenden Vertriebsprovisionen auf seinem Provisionskonto. So sichert er sich durch Riester-Verträge mit Dynamik sichere Einnahmen über viele Jahre. Und für den Sparer und Riester-Kunde fallen immer wieder neue Kosten an, die von den Einzahlungen auf sein Riester-Konto abgehen und durch Zinserträge oder Kursgewinne von Aktienfonds oder Rentenfonds aufgefangen werden müssen.

Das wichtigste, um mit seinem Riester-Vertrag viele Zinsen zu erwirtschaften ist, auf möglichst niedrige Vertriebsprovisionen zu achten. Das Geld was von den monatlichen Einzahlungen an den Makler, Bankmitarbeiter oder Versicherungsvertreter geht, fehlt auf zwei Arten: Erstens kann nicht vorhandenes Geld keine Zinsen und Kursgewinne erwirtschaften. Und zweitens müssen die fehlenden Einzahlungen erst wieder verdient werden, damit man überhaupt sein Riester-Konto aus den Verlusten auf eine schwarze Null bekommt.

Riester-Verträge mit Dynamik und jährlicher Abschlussgebühr sind nicht empfehlenswert

Die Stiftung Warentest rät in ihrer Zeitschrift “Finanztest” von Riester-Verträgen mit Dynamik ab, bei denen bei jeder Beitragserhöhung, also Erhöhung der Riester-Sparsumme, neue Abschlussgebühren anfallen. Sie empfiehlt, sich bei einer Verbraucherzentrale beraten zu lassen, “… ob es sinnvoll ist, die Dynamik zu kündigen oder den Vertrag zu wechseln …”.

Riester-Verträge mit Dynamik in der Versicherungssumme, bei denen nur beim erstmaligen Vertragsabschluss Vertriebsgebühren und Abschlusskosten anfallen, die jährlichen dynamischen Beitragserhöhungen aber kostenlos sind, verursachen diese Kostenprobleme nicht und erzielen eine höhere Rendite, da mehr von den Zins- und Kursgewinnen für die Auszahlung der Riester-Rente übrig bleibt.

Literatur:

Finanztest: “Augen auf und durch – Riester-Rente”, Heft 8/2015, Seiten 24 bis 28.

Diplom-Betriebswirt (FH) André Fiebig [Finanso.de]